Kommunen stehen zunehmend unter finanziellem Druck. Fehlanreize im Steuer- und Fördersystem begünstigen flächenintensive Entwicklungsmodelle, während der Erhalt und die Weiterentwicklung bestehender Strukturen oft unzureichend abgesichert sind. In dieser Situation entstehen Projekte mit großen Erwartungen – verbunden mit erheblichen finanziellen und ökologischen Risiken.
Am Beispiel des geplanten Gewerbegebiets Schorn diskutieren wir, wie solche Projekte entstehen, welche Folgen sie für Kommunen haben können und welche Alternativen es gibt.
Vor der Veranstaltung findet von 16:00 bis 17:00 Uhr ein gemeinsamer Spaziergang im Schorner Tal statt.
Dabei schauen wir uns das betroffene Gebiet vor Ort an und ordnen Lage, Dimensionen und mögliche Auswirkungen ein. Der Spaziergang ist Teil des Programms und dient der inhaltlichen Vorbereitung auf die Abendveranstaltung.
Ab 18:00 Uhr folgt die Veranstaltung im Stüberl der Mehrzweckhalle Wangen mit kurzen Impulsen und anschließender Diskussion:
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Lisa Badum, Mitglied des Deutschen Bundestages und klimapolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, ordnet das Thema aus bundespolitischer Perspektive ein. Sie zeigt auf, welche strukturellen Rahmenbedingungen und Fehlanreize Kommunen unter Druck setzen und warum Flächenverbrauch zunehmend Teil einer systemischen Problemlage ist.
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Severin Kistner, Bürgermeisterkandidat der Grünen in Starnberg, beleuchtet das geplante Projekt aus kommunal-finanzieller Sicht. Im Fokus stehen das Vermarktungsrisiko, langfristige Folgekosten sowie die Frage, welche finanziellen Verpflichtungen im Fall einer unzureichenden Vermarktung dauerhaft bei der Kommune verbleiben.
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Ursula Lauer, Umweltexpertin aus Schorn, stellt die konkreten ökologischen Auswirkungen vor Ort dar – von Flächenversiegelung über Wald- und Trinkwasserschutz bis hin zur Unumkehrbarkeit der Eingriffe.
Die Veranstaltung verbindet Bundespolitik, kommunale Verantwortung und lokale Umweltperspektive. Ziel ist eine sachliche, fundierte Diskussion darüber, wie wirtschaftliche Entwicklung gelingen kann, ohne Kommunen finanziell zu überfordern und Natur dauerhaft aufs Spiel zu setzen.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.