Im Oktober 2025 haben wir beantragt, den städtischen Betriebshof professioneller aufzustellen: mit klaren Bestellwegen, einem vollständigen Fuhrparkregister und regelmäßigen Berichten an den Stadtrat. Ein knappes Jahr später zeigt sich, was daraus geworden ist.
8. Dezember 2025: Antrag einstimmig beschlossen
Der Haupt- und Finanzausschuss hat unseren Antrag mit 13:0 Stimmen angenommen und dem Betriebshof konkrete Aufträge mit Fristen gegeben:
- Fuhrparkregister vervollständigen bis 31. März 2026.
- Ab dem 2. Quartal 2026 ein Investitions- und Abschreibungscontrolling („Invest-Cockpit“) einrichten.
- Ab dem 2. Quartal 2026 jedes Quartal einen Kurzbericht vorlegen.
- Bestellwege verbindlich regeln, Aufträge auf anderem Weg unterbinden.
- Im 3. und 4. Quartal 2026 prüfen, ob der Betriebshof organisatorisch eigenständig werden soll.
18. Mai 2026: Erster Kurzbericht
Der Betriebshof hat dem Ausschuss seinen ersten Kurzbericht zum 1. Quartal 2026 vorgelegt. In derselben Sitzung hat der Ausschuss die Ausschreibung für einen neuen Kleinschlepper beschlossen.
21. September 2026: Zweiter Kurzbericht
Der Bericht zum 2. Quartal, ergänzt um Juli und August, zeigt erstmals im Detail, was der Betriebshof leistet und wo das Geld nicht reicht:
- 63 Beschäftigte, rund 30.760 Personalstunden im Quartal. Der Anteil krankheitsbedingter Fehlzeiten liegt bei 10,7 %.
- Die meisten Stunden fließen in Gebäudemanagement und Hausmeister (5.628 Std.), Grünpflege (3.878 Std.) sowie Straßenunterhalt und -reinigung (3.274 Std.).
- Fahrzeugunterhalt: Im Haushalt stehen 180.000 €, gebraucht werden rund 290.000 €. Die Lücke wird unter anderem aus dem Gebäudeunterhalt gedeckt. Der Austausch der vom TÜV bemängelten Hallentore verschiebt sich deshalb auf 2027.
- Straßenunterhalt: Von 600.000 € sind rund 374.000 € ausgegeben.
- Kaum genutzte Maschinen werden verkauft: ein Minibagger von 1994, ein Kettendumper und eine Straßenwalze mit jeweils gut 100 Betriebsstunden seit 2015. Bei Bedarf wird künftig gemietet.
- Der neue Kleinschlepper ersetzt einen 18 Jahre alten Traktor, rechtzeitig zum Winterdienst.
Unsere Einordnung
Genau dafür haben wir die Berichte beantragt: Der Stadtrat sieht jetzt, wo Geld gebunden ist und wo Strukturen nicht wirtschaftlich sind. Der Verkauf kaum genutzter Maschinen ist ein erster Schritt. Was noch fehlt, ist das beschlossene Investitions- und Abschreibungscontrolling. Gerade beim Fuhrpark wäre es die Grundlage, um Reparaturen und Ersatzbeschaffungen planbar zu machen, statt Lücken aus anderen Budgets zu stopfen.
Wie es weitergeht
- Mit dem Bericht zum 3. Quartal soll ein Konzept zum Schadensrückstand im Straßenunterhalt kommen.
- Bis Ende 2026 steht die Prüfung an, ob der Betriebshof organisatorisch eigenständig werden soll.
Wir bleiben dran und ergänzen diesen Beitrag mit jedem neuen Bericht.
→ Unser Antrag vom Oktober 2025
Quellen: Stadt Starnberg, Ratsinformationssystem, öffentliche Sitzungen des Haupt- und Finanzausschusses vom 08.12.2025 (TOP Ö 4, Vorlage 2025/424), 18.05.2026 (TOP Ö 3 und Ö 4, Vorlagen 2026/211 und 2026/183) und 21.09.2026 (TOP Ö 4, Vorlage 2026/366-1).