16. Juni 2026

Gewerbeausbau im Landschaftsschutzgebiet – Naturschutz mitdenken

Konkret geht es um den Antrag der W.A.F., Kampberg ihre Gebäude zu erweitern. Die Besonderheit: Die betreffende Fläche liegt im Landschaftsschutzgebiet.

Anfang Juni befasste sich der Bau- und Ortsplanungsausschuss mit dem Antrag der Firma W.A.F. aus Kampberg ihre Gebäude zu erweitern. Die Besonderheit: Die dafür benötigte Fläche liegt im Landschaftsschutzgebiet (LSG). Der Ausschuss gab grünes Licht.

Die Entscheidung löste weitergehende Stellungnahmen und Diskussionen aus. Die ÖDP kritisierte in einer Stellungnahme die Zustimmung mit der Aussage, Tutzing gebe zugunsten von Gewerbeausbau Landschaftsschutzflächen preis (https://vorort.news/tutzing/natur-umwelt/2026/6/9/oedp-sieht-ein-kritisches-signal/).

Für Bündnis 90/ Grünen verwies Gemeinderatsmitglied Bernd Pfitzner in der Gemeinderatssitzung vom 09. Juni auf einen Antrag der Grünen aus dem Jahr 2024. Damals hatten die Grünen vorgeschlagen, frühzeitig geeignete Ausgleichs- oder Tauschflächen vorzuhalten. Alternativ solle der Antragsteller selbst verpflichtet werden, für Ausgleich zu sorgen (https://vorort.news/tutzing/bauplanung/2026/6/10/debatte-ueber-den-oekologischen-ausgleich/).

Der Gedanke dahinter: Wirtschaftliche Entwicklung und Naturschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Beides muss von Anfang an gemeinsam betrachtet werden. Deshalb kann eine Betriebserweiterung wie die der W.A.F. unterstützt werden – vorausgesetzt, es wird gleichzeitig verbindlich geklärt, wie der Eingriff in Natur und Landschaft ausgeglichen wird. Das ist auch deshalb wichtig, weil die endgültige Entscheidung nicht bei der Gemeinde liegt. Zuständig ist der Landkreis. Der Kreistag behandelt die Herausnahme von Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet traditionell sehr zurückhaltend. Wenn also frühzeitig tragfähige Lösungen für den ökologischen Ausgleich mitgedacht werden – etwa durch Tauschflächen oder andere Ausgleichsmaßnahmen, erhöht das die Chancen, dass das gesamte Projekt auf einer soliden Grundlage steht.

Erster Bürgermeister Horn erwiderte im Gemeinderat, das Verfahren sei noch nicht an dem Punkt, an dem eine „Ausgleichsfläche“ zur Kompensation relevant ist. Im Moment stehe der Bebauungsplan im Vordergrund. Er sagte aber zu, dass das Thema im weiteren Verfahren aufgegriffen werde.

Wir bleiben dran – Wahlprogramm UMWELT, MOORE & LANDWIRTSCHAFT